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Ostermär-
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vom:
09.04.2002


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Ostermärsche und -aktionen 2002:

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Rede beim Ostermarsch Baden-Württemberg, Stuttgart, 30.03.02

Krieg ist Terror !

Dieter Lachenmayer (Friedensnetz Baden-Württemberg)

čFrieden ist machbar!

- Es gilt das gesprochene Wort -



Liebe Friedensfreundinnen und Friedensfreunde,

ich begrüße Euch zum diesjährigen Ostermarsch in Stuttgart.

Seit nunmehr 41 Jahren trifft sich die Friedensbewegung an Ostern, um für Frieden und Abrüstung einzutreten. Es mag Jahre gegeben haben, in denen manche und mancher die Ostermärsche gerne als Pflichttermin, Traditions- und Familientreffen abgetan hätte. Sie waren es nie. Und der heutige Ostermarsch ist es gewiss nicht. Zu oft mußten wir uns in den letzten Wochen zusammenfinden, hier in Stuttgart und in Berlin, vor den Toren des KSK in Calw und vor den Toren des Eucom in Vaihingen und öfter noch auf all den Straßen und Plätzen in den Städten aus denen ihr kommt.

Wir erleben in den letzten Monaten, wie die Errungenschaften von Demokratie, Zivilisation und Völkerrecht buchstäblich zerbombt werden. Die Terroranschläge in New York und Washington, in Jerusalem und anderen israelischen Städten lösen blankes Entsetzen aus. Noch entsetzlicher aber ist die Gewissheit, daß unter dem Vorwand der Bekämpfung des Terrors nun der Terror auch zum Prinzip der westlichen Politik geworden ist.

Krieg ist Terror!

Wo immer in der Welt Konflikte den freien Lauf des Öles zu behindern drohen, da scheinen die sogenannten Politiker der westlichen Welt nur eine Antwort zu kennen: Bomben drauf! Bomben und Militär das war und ist die sogenannte Politik in Jugoslawien, Somalia, in Tschetschenien in Afghanistan und im Irak. Bomben und Militär! Politik wurde ersetzt durch einen schießwütigen Amoklauf! Das gilt eben nicht nur für die fanatisierten Selbstmordattentäter, die im Namen welcher Ziele auch immer schreckliche Verbrechen begehen.

Wir stehen hier zusammen zum Ostermarsch, weil es Zeit ist, die aller gefährlichsten Amokläufer zu stoppen: Wir sagen heute hier und im Mai in Berlin: Nein Herr Bush zu ihrem Krieg!

Wir sagen: Nein zu ihren wahnsinnigen Atombombenplänen!

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Wir sagen: Nein zu ihren Weltraummilitarisierungsplänen!

Wir sagen Nein Herr Sharon zu immer neuer militärischer Vergeltung.

Wir sagen aber vor allem: Nein Herr Schröder, Nein Herr Fischer! Nein Herr Stoiber und nein Herr Westerwelle: Wir wollen keinen Krieg! Wir brauchen keine Einsatzkräfte! Wir brauchen keinen Militärtransporter! Wir brauchen keine weltweit einsetzbare Bundeswehr. Und wir brauchen keine austauschbaren Kriegspolitiker.

Im alten Ostermarschlied, das uns all die 41 Jahre begleitet hat lautet eine Strophe: Du deutsches Volk du bist schon immer für die falschen Ziele marschiert. Vor wenig mehr als 60 Jahren hießen die Ziele unter anderen: Belgrad, Moskau, Baku und Stalingrad, Kreta, Lybien und Ägypten. Und Heute: Bosnien, Kosovo, Mazedonien, Georgien, Tadschikistan, Afghanistan, Dschibuti, Somalia, Kuweit, Kenia In allen diesen Ländern stehen heute deutsche Truppen im Auslandseinsatz. In all diesen Ländern, um sie herum oder durch sie durch fließt Öl oder soll Öl fließen, gibt es Bodenschätze oder wichtige Transportwege. Wer will kann das für Zufall halten, oder für den uneigennützigen Einsatz im Kampf für Menschenrechte und gegen Terror. Wer will kann auch seine Absätze vorne tragen Ich halte das für die Fortsetzung einer profitorientierten Großmachtpolitik mit militärischen Mitteln. Der Krieg ist als Mittel deutscher Politik zurückgekehrt.

40 Jahre lang, von 1949 bis 1989 hat sich die Bundesrepublik ganz ohne KSK und sogenannte Krisenreaktionskräfte als prosperierendes Land entwickelt. Das könnte auch heute noch der Stoff für ein Zukunftsmodell für eine wirklich neue, friedliche Weltordnung sein. Wer oder was zwingt unser Land, unsere Regierung sich an jeder militärischen Schweinerei mit Geld Waffen und Soldaten zu beteiligen? Warum ersetzen wir nicht das Kommando Spezialkräfte durch ein Kontigent Sozialer Kräfte, warum nicht die Krisenreaktionskräfte durch eine Organisation zur Krisenvorbeugung, durch Hilfen zur Entwicklung, Krankheitsbekämpfung, Nahrungsmittelproduktion, Wasserversorgung und weltweit gerechte Handelsraten für den Austausch von Gütern und Rohstoffen? Warum ersetzen wir nicht die Verbissenheit, mit der neue Waffen und Militärstrategien entwickelt werden durch Phantasie zur Lösung der drängensten Probleme der Menschen: Bekämpfung von Hunger, Armut und Krankheit, Bewahrung der Natur und Erhaltung der Ressourcen sauberes Wasser und saubere Luft. Warum verschwenden wir Erfindungsgeist, Energie, Geld und Ressourcen immer wieder neu für Militär und Waffen?

Wir wollen Schluß damit machen! wir wollen Abrüstung. Wir wollen endlich den Krieg ersetzen durch Frieden. Deshalb willkommen zum Ostermarsch. Laßt uns marschieren für eine Welt, die von Waffen nichts mehr hält!





E-Mail:   vvnbda.bawue@planet-interkom.de
Internet: http://www.vvn.telebus.de
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