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Erstellt:
21.04.1999


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zu: Stop! - Zeitung gegen den Krieg - Inhalt

Stimmen von anderen

"Die amerikanisch diktierte NATO-Philosophie hat versagt. Inzwischen weiß man, daß die Luftwaffenchefs der USA einen Bomberkrieg ohne Bodentruppen nicht für aussichtsreich gehalten haben. Bill Clinton lehnte einen Bodenkrieg, dem er sich jetzt nähern muß, ab. Er führt Krieg so, wie er seine Prozesse führt, mit einem minimalen Einsatz von Wahrheit."

Rudolf Augstein (Spiegel, Nr.15/1999)



"Die NATO wollte von vornherein in Serbien ihr Gewaltpotential einsetzen - friedlich, wenn möglich, natürlich -, um einer politischen Ordnung Geltung zu verleihen, die nicht mehr von der Zusammenarbeit der Staaten in den Vereinten Nationen oder der OSZE hergestellt, sondern von der Weltführungsmacht und ihrer Allianz definiert und durchgesetzt wird."

Prof. Dr. Ernst-Otto Czempiel, Friedensforscher (Die Woche, 1. 4. 99)



Der schwedische Ex-Premier und UN-Wiederaufbau-Koordinator in Bosnien, Carl Bildt, auf die Frage: Überrascht es sie, daß Milosevic nicht nachgibt? "Nein, und man muß es so deutlich sagen: Jede/r der die Region kennt, hat das gewußt. Milosevics innenpolitische Situation ist sogar stärker geworden."

Carl Bildt (Süddeutsche Zeitung, 14. 4. 99)



"Außerdem habe ich genug von der westlichen Heuchelei über die angebliche Sorge um die Flüchtlinge. Gab es nicht 1995 eine 400km lange Kolonne von serbischen Flüchtlingen aus der Krajina, die bei der kroatischen Offensive vertrieben wurden? Hat damals jemand Kroatien bombardiert?"

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Vuk Draskovic, ehem. Volkstribun der serbischen Opposition, jetzt Vize-Ministerpräsident der BR Jugoslawien (Süddeutsche Zeitung, 31. 3. 99)



"Die Wandlung besteht nur darin, daß ich kein Oppositionsabgeordneter mehr bin, sondern Regierungsmitglied, und dort auf einer anderen Seite und in anderen Zusammenhängen handele."

Staatsminister Ludger Volmer (TAZ, 1. April 1999)



"So wie die Dinge liegen, halten weder Milosevic noch die NATO Alternativen bereit. Der Krieg entfernt sich damit von seinem politischen Zweck und wird zur Prestige-Angelegenheit. Das ist der Nährboden für unkontrollierbare Eskalation."

Ex-General Gerd Schmückle, ehem. stellv. NATO-Oberbefehlshaber (Die Woche, 1. 4. 99)



"Unter diesen Umständen ist es überaus wichtig, jetzt und für alle Zeit eine alte Wahrheit wieder zu lernen: Mit Gewalt dient man nicht der Gerechtigkeit, mit Krieg dient man nicht dem Frieden und mit dem Töten von Menschen dient man nicht dem Leben."

Eugen Drewermann (Freitag, 9. 4. 99)



"Ein menschenverachtendes Regime kann nur von unten aus der eigenen Gesellschaft verändert und beseitigt werden. Den Kräften, die seit Jahren für eine solche Veränderung eintreten, wurde bisher kaum Unterstützung und Aufmerksamkeit geschenkt Der Prozeß verläuft langsam und wurde jetzt durch die NATO-Intervention gänzlich erstickt: die Oppositionellen werden heute in Jugoslawien brutal gejagt, auf eine Art, wie es sich dieses Regime bisher nicht getraut hatte. (...)"

Auszug aus einer Stellungnahme von Nenad Vukosavljevic (aus Belgrad stammend) und Cara Gibney (aus Belfast), beide vom Center for Nonviolent Action (CNA) in Sarajewo vom 12. April 1999



"Was ist das `Amazonas-Syndrom`? Wenn eine Rinderherde den Amazonas überqueren soll, werfen die Hirten flussabwärts ein Kalb ins Wasser. Und während es von den Piranhas zerfleischt wird, überquert die ganze Herde flussaufwärts gefahrlos den Fluss. Das `Amazonas-Syndrom` bestimmt zu diesem Zeitpunkt die Strategie der NATO, allerdings in umgekehrter Form: Flussabwärts wird die ganze Herde in den Fluss getrieben, und flussaufwärts überquert nur ein Rindvieh des Fluss - Slobodan Milosevic."

Der serbische Schriftsteller Dragan Velikic (in "Die Woche" vom 16.4.1999)



"Aber der diplomatische Umgang mit Milosevic & Co. bewegt sich auf derselben Gewaltebene, spricht dieselbe Gewaltsprache, lockt und droht ihm mit denselben Gewaltmitteln, von denen es heißt, er verstehe sie: Man begegnet ihm von gleich zu gleich, Milosevic war von Anbeginn ein Partner im Politikgeschäft - Profis unter sich. Man wollte (und will es noch immer, ja gerade jetzt erst recht!) ihn mit seinen Waffen schlagen - und enthüllt dabei unfreiwillig aber logisch durch die eingesetzten Mittel die eigene Verwandtschaft mit ihm und seinesgleichen."

Prof. Ekkehard Krippendorf (in juwe vom 12.4.1999)



Das Letzte:

"Ein staatliches Programm zur Vertreibung aller Albaner aus dem Kosovo ... ist bis heute nirgends belegt. ... Auch wenn die Zahl der Todesopfer mittlerweile über tausend angestiegen ist, und aus den Kampfgebieten schätzungsweise 300 000 Albaner geflüchtet sind, rechtfertigen diese Zahlen rein quantitativ nicht die Annahme einer unmittelbaren staatlichen Gruppenverfolgung der rund 1,8 Millionen Kosovo-Albaner. ... Die Polizei- und Militäraktionen richteten sich vor allem gegen terroristische Aktivitäten in bestimmten Gebieten. ... Vor diesem Hintergrund ist eine rechtserhebliche Gefährdung zurückkehrender Kosovo-Albaner als unwahrscheinlich anzusehen."

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Das dem Bundesinnenministerium unterstehende "Bundesamt für die Anerkennung ausländischer Flüchtlinge" in einem Ablehnungsbescheid vom 15. März 1999 (SZ vom 3.4.1999)







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