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Erstellt:
17.04.1999


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zu: Kosov@: Stellungnahmen Dritter zum Krieg

Appell aus Belgrad

Dokumentation

Tief beunruhigt durch die NATO-Zerstörungen und die Qualen der Kosovo-Albaner fordern wir mit Nachdruck von allen für diese Tragödie Verantwortlichen, unverzüglich den Boden für die Wiederaufnahme des Friedensprozesses zu bereiten.

Die mächtigsten Staaten der Erde töten seit zwei Wochen unablässig Menschen und zerstören nicht nur militärische, sondern auch zivile Objekte, sprengen Brücken und Eisenbahngleise, Fabriken und Heizkraftwerke, Lagerhäuser und Hafenbecken .... Zur gleichen Zeit sind Hunderttausende Kosovo-Albaner aus Angst vor den Bombardements und den Militäraktionen des Regimes und der UCK gezwungen, in einem beispiellosen Exodus ihre verwüstete Heimat zu verlassen und ihr Heil in der Tragödie und der Unsicherheit der Flucht zu suchen.

Es ist offensichtlich, daß dieser Weg in die Katastrophe führt. Die friedliche und faire Lösung des Kosovo-Problems durch internationale Vermittlung, die wir seit Jahren unterstützt haben, scheint heute weiter entfernt zu sein als je zuvor.

Als Mitglieder von Organisationen der Zivilgesellschaft haben wir couragiert und landesweit gegen Krieg und nationalistische Propaganda sowie für die Einhaltung der Menschenrechte gekämpft. Wir betonen,daß wir immer gegen die Unterdrückung der Kosovo-Albaner unsere Stimme erhoben und gefordert haben, ihre Freiheiten zu respektieren und ihre Rechte zu garantieren. Wir stellen fest, daß Begegnungen und Kooperation zwischen Serben und Albanern in diesen Jahren nur durch den Schutz der Institutionen der Zivilgesellschaft möglich waren. Die militärische Intervention der NATO hat alles bislang Erreichte unterlaufen und gefährdet das Überleben der Zivilgesellschaft in Serbien erheblich.

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Kosov@: Stellungnahmen Dritter zum Krieg
In dieser tragischen Situation und im Namen humanitärer Ideen und Werte fordern wir:

- die Bombardements und alle bewaffneten Aktivitäten unverzüglich zu stoppen,

- den Friedensprozeß mit internationaler Vermittlung fortzusetzen, sowohl in der Balkanregion und in Europa als auch im Netzwerk der UN,

- die gemeinsameVerantwortung von EU und Rußland sowie ihren gemeinsamen Beitrag zu einer friedlichen Krisenlösung,

- ein Ende der "ethnischen Säuberungen" und die sofortige Rückkehr aller Flüchtlinge,

- Unterstützung der Bürger Montenegros in ihren Bemühungen, Frieden und Stabilität zu erhalten, dieernsten Konsequenzen der Flüchtlingskatastrophe abzuwenden und den Demokratisierungsprozeß voranzutreiben.

- Von den serbischen und den internationalen Medien fordern wir, die Öffentlichkeit sachlich und wahrheitsgemäß zu informieren und keinen Medienkrieg in Gang zu setzen, nicht zum Völkerhaß anzustiften, keine irrationale öffentliche Meinung zu schaffen und Stärke nicht als ultimatives Ziel menschlicher Vernunft zu verherrlichen.

Belgrad, 6. April 1999

Zu den Unterzeichnern gehören: Bürgervereinigung für Demokratie, soziale Gerechtigkeit und Unterstützung der Gewerkschaften, Zentrum für Demokratie und freie Wahlen, Forum für ethnische Beziehungen, Stiftung für Frieden und Krisenmanagement, Serbische Studentenunion, Gewerkschaft "Nezavisnost" (Unabhängigkeit), Frauen in Schwarz. (entnommen aus ND vom 15.4.99)









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